Wer war das?

Als der etwa 80-jährige Obdachlose am 12. Dezember 2014 gestorben war, kam sein Leichnam zunächst in die Prosektur des Santo-Spirito-Krankenhauses in Rom, weil niemand ausfindig zu machen war, der behördengültig die Identität des Toten bezeugen konnte.

Dabei war er so vielen Vatikan-Besuchern bekannt gewesen – oder jedenfalls eindrucksvoll begegnet. Vor etwa 25 Jahren war der Mann erstmals auf den Straßen Roms rund um den Petersplatz aufgetaucht. Dort, auf den Straßen, hatte er seitdem gelebt. Nahezu täglich erschien er in der Frühmesse in der St.-Anna-Kirche am Vatikan. Mit vielen jugendlichen Rom-Touristen suchte er Jahr um Jahr das unverbindliche, flüchtige Gespräch über den Glauben. In den Weihnachtsmessen der St.-Anna-Gemeinde beteiligte er sich am Krippenspiel.

Am 9. Januar 2015 wurde der gebürtige Niederländer Willy Herteleer, nachdem er identifiziert worden war, auf dem Friedhof Campo Santo Teutonico neben dem Petersdom bestattet, der traditionell als Grabstätte für deutschsprachige und flämische Pilger in Rom dient. Die Kosten übernahm nach Angaben von „news.va“ eine deutschsprachige Familie.

„Bei mir haben noch nie so viele Menschen angeklopft, um zu fragen, wann die Beerdigung stattfindet und wie sie helfen können, um die Erinnerung an den Toten wachzuhalten“, sagt Bruno Silvestrini, der Pfarrer von St. Anna.

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