Klare Lehren aus der Mittelfinger-Affäre

Ist das Video, in dem der griechische Finanzminister den Mittelfinger zeigt, echt oder nicht? Und: Welche Art oder Ebene von Realität sind die prominenten „Bekennerschreiben“, die das Corpus Delicti aktuell zum satirischen Anschlag erklären?

Die eigentliche – und einzige ernsthafte – Botschaft des Vorfalls sollte mehr als klar sein: Die Technik hat einen Stand erreicht, von dem ab gelten muss, dass man keinem Video mehr irgendetwas glauben darf. Alles, was im Internet veröffentlicht wird, muss fortan einem radikalen Generalverdacht der Lüge und Fälschung unterworfen werden.

Auf den ersten Blick mag das neurotisch klingen. Bei eingehender Betrachtung erweist dieses Prinzip sich aber als in Wahrheit äußerst heilsam für unseren Geisteszustand.

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