Kirchensteuerrekord

Eine Sprecherin der Bischofskonferenz begründete das aktuelle Kirchensteuer-Rekordergebnis von 5,68 Mrd. Euro unter anderem mit der hohen Zahl von Katholiken in regulären Arbeitsverhältnissen.

Zweifellos müssen wir sehr aufpassen, dass die Kirche nicht auf vielerlei subtilen Wegen zu einer Veranstaltung wird, in der bürgerliche Normen in einer Weise Geltung erlangen, die zu einer impliziten Marginalisierung unbürgerlicher Lebenssituationen führt.

Das Beispiel Jesu ist ganz ohne jeden Zweifel ein radikal un- und anti-bürgerliches; daher bezieht die jesuanische Option für das gesellschaftlich Marginalisierte ihre entscheidende Kraft.

Eine faktisch von bürgerlichen Vorstellungen dominierte Kirche kann deshalb trotzdem gerechtfertigt sein; aber in jedem Fall nur solange das Bürgerliche in ihr nicht zu einem wesentlichen Kriterium wird. Die Gefahr besteht. Um für 5,68 Mrd. nicht „käuflich“ zu sein, reicht es nicht, fromm zu sein, man muss schon heilig sein. Und dorthin sind doch gewiss viele von uns erst unterwegs und noch nicht am Ziel.

Kommentare sind geschlossen.