Eichstätt

Die derzeitige Schicksalstragödie um die „Katholische Universität Eichstätt“ reflektiert nicht zuletzt den schwierigen gesellschaftsaktuellen Konflikt um das Paradigma der „Wissenschaftlichkeit“ (nach den Begriffen und methodischen Konzepten des 20. Jahrhunderts) in Kirche und Theologie. Vielleicht würde die KUE wirklich besser damit fahren, wenn die Verantwortlichen den Mut (oder die Möglichkeit?) hätten, sie zu einer kirchlichen Lehreinrichtung zu erklären, die ihren eigenen Funktionsregeln folgen darf, die sich nicht in allen Punkten notwendig an denen staatlicher Universitäten messen müssen. Aber davor scheuen derzeit noch alle zurück. Dabei ist die „Wissenschaftlichkeit“ des 20. Jahrhunderts, die unserem bestehenden (übrigens nicht nur baulich maroden bis moribunden) Hochschulwesen zugrunde liegt, erkenntnistheoretisch doch längst ein mausetotes Pferd. Nur traut sich immer noch keiner, das laut zuzugeben. Die Kirche könnte mal wieder innovativ sein. Aber vielleicht verpasst sie diese Chance auch mal wieder.

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